Fremdhardware

Selbstverständlich installieren und betreuen wir die MEDISTAR und MOVIESTAR Software auch auf Computern, die nicht von uns geliefert worden sind.

Um Probleme und Unstimmigkeiten bei der Zuständigkeit zu vermeiden, sind allerdings einige Punkte zu beachten.

  • Die gelieferte Hardware muß funktionsfähig sein, das Betriebssystem und die Treibersoftware für alle angeschlossenen Geräte muß installiert sein.
  • Bei Mehrplatzanlagen muß das Netzwerk vollständig installiert und lauffähig sein; auf den Server muß von jedem Arbeitsplatz aus zugegriffen werden können.
  • Die Schnittstelle zwischen uns und dem Lieferanten der Hardware liegt oberhalb der Netzwerkebene, was bedeutet, daß wir ausschließlich für die von uns installierte Anwendungssoftware zuständig sind. Alle Defekte an Hardware oder Netzwerk sind vom Lieferanten der Hardware zu beseitigen.

Darüberhinaus muß die eingesetzte Computer-Hardware natürlich gewissen Anforderungen genügen:

Server

Bei Mehrplatzanlagen ist ein Server vorzusehen, der aus Stabilitätsgründen möglichst nicht als Arbeitsplatz benutzt werden sollte. Dieser Rechner ist wie folgt zu konfigurieren:

  • Freigegebenes deutsches Windows-Betriebssystem je nach Anlagengrösse (bei mehr als 5 Plätzen empfehlen wir ein Server-Betriebssystem):
    • Windows 7 Proessional 64 bit SP1
    • Windows 8 Pro, Windows 8.1 Pro
    • Windows 10 Pro 64 bit (nur ab Moviestar 5.16!)
    • Windows Server 2008 R2 SP1
    • Windows Server 2008 Foundation
    • Windows Server 2012 Standard (auch Foundation 64 bit)
    • Windows Server 2012 R2 Standard
  • Mindestanforderungen (insbesondere die Taktfrequenz sollte deutlich höher gewählt werden):
    • Prozessor Intel Pentium 4 Dual Core oder Quad Core
    • Taktfrequenz mind. 2x 2000 MHz
    • 8 GB Hauptspeicher
  • Festplatten-Array RAID-1 oder RAID-5 mit mind. 500 GB Kapazität, aufgeteilt in 3 Partitionen:
    • Partition C: (ca. 150 GB) für das Betriebssystem
    • Partition D: (Rest, mind. 150 GB) für MEDISTAR
    • Partition Q: (Rest) für MOVIESTAR
  • DVD-ROM-Laufwerk, besser DVD-Brenner, eingerichtet als Laufwerk E:
  • evtl. Diskettenlaufwerk 3.5" (für die KV-Abrechnung)
  • Adäquates Gerät für die automatisierte Sicherung der Datenbestände (empfehlenswert sind mehrere externe USB-Festplatten, für WBADMIN oder eine andere geeignete Backup-Software eingerichtet), dessen Kapazität mindestens der Gesamtgröße der Festplatten entspricht
  • Netzwerkkarte 1000 MBit
  • Fritz ISDN-Karte PCI oder USB für die Labordatenfernübertragung, falls gewünscht
  • Ausreichende Anzahl serieller, paralleler und USB-Schnittstellen für die anzuschließenden Peripheriegeräte (Chipkartenleser, Modem, Drucker, etc.)

Workstations

Die zusätzlichen Arbeitsplätze (Workstations) sollten folgende Anforderungen erfüllen:

  • Freigegebenes deutsches Windows-Betriebssystem:
    • Windows 7 Professional SP1 32 bit oder 64 bit
    • Windows 8 Pro, Windows 8.1 Pro
    • Windows 10 Pro (nur ab Moviestar 5.16!)
  • Mindestanforderungen (insbesondere die Taktfrequenz sollte deutlich höher gewählt werden):
    • Prozessor Intel Dual Core ab 1600 MHz
    • mind. 4 GB RAM
  • Festplatte mind. 100 GB (Laufwerk C:), deutliche Performanceverbesserungen lassen sich durch den Einsatz von SSDs erzielen
  • CD- oder DVD-Laufwerk
  • Netzwerkkarte 1000 MBit
  • Fritz ISDN-Karte (falls erforderlich)
  • Ausreichende Anzahl serieller, paralleler und USB-Schnittstellen für die anzuschließenden Peripheriegeräte (Chipkartenleser, Modem, Drucker, etc.)
  • Falls der Rechner im Patientenumfeld eingesetzt wird, ist das Medizinproduktegesetz zu beachten.

Heimarbeitsplatz

Falls ein entfernter Arbeitsplatz erforderlich ist, empfehlen wir, diesen über einen VPN-Tunnel zu realisieren. Hierfür ist in der Praxis ein Internet-Zugang über DSL erforderlich, eine feste IP-Adresse oder ein kostenpflichtiger DynDNS-Account sowie ein VPN-fähiger Router für die Annahme der eingehenden VPN-Verbindungen. Die einschlägigen Bestimmungen für die Absicherung des Praxisnetzes sind hierbei zu beachten. In der Wohnung oder sonstigen Außenarbeitsplätzen genügt dann ein Internet-fähiger Rechner mit Windows 7 Professional oder Windows 8 Professional. Für mobile Arbeitsplätze kann die Internet-Verbindung zum Beispiel auch über UMTS hergestellt werden.

RAS-Arbeitsplätze über ISDN werden aus Geschwindigkeitsgründen nicht empfohlen.

Nach Herstellung der VPN-Verbindung kann dann über Remote Desktop einer der in der Praxis vorhandenen Computer ferngesteuert werden. Die Geschwindigkeit dieser Lösung ist durchaus akzeptabel und auch für Moviestar und Word brauchbar.

Moviestar

Falls in der Praxis die Moviestar Archivierungssoftware eingesetzt wird, ist beim Einsatz von Windows 2012 Server oder Windows 8 auf dem Praxisserver mindestens Moviestar V. 5.12c erforderlich. Bitte prüfen Sie die installierte Version und veranlassen Sie, dass eventuell erforderliche Updates vor dem Austausch der Hardware installiert werden.

Sofern Windows 10 auf Server und/oder Workstations eingesetzt werden soll, ist Moviestar V. 5.16 zwingend erforderlich.

Dale-UV

Bitte beachten Sie, dass Rechner, an denen Dale-UV Funktionen (Versenden, Signieren etc) genutzt werden, mit Windows 7 oder 8 Professional ausgestattet sein müssen. Server-Betriebssysteme werden nicht unterstützt.

Labordatenfernübertragung

Für die Einwahl in das Gemeinschaftslabor kann - je nach Labor - ein analoges Modem, ein ISDN-Modem, eine Fritz ISDN-Karte oder ein ISDN-Router benutzt werden. Bitte klären Sie im Vorfeld mit uns ab, welche Einwahlmöglichkeiten das von Ihnen genutzte Labor unterstützt, und welche Geräte dafür geeignet und erforderlich sind.

Drucker und Peripheriegeräte

Für den Ausdruck von Briefen und Rechnungen kann generell jeder handelsübliche Laser- oder Tintenstrahldrucker benutzt werden, für den ein Windows-Treiber verfügbar ist. Bei Nadeldruckern, die immer noch für die Bedruckung von Formularen benötigt werden, ist die Auswahl hingegen sehr eingeschränkt. Folgende Modelle wurden von uns getestet und können problemlos in Verbindung mit MEDISTAR eingesetzt werden:

  • OKI ML-3390 (für die Formularbedruckung umgebaut)
  • OKI ML-390FB
  • OKI ML-1190
  • OKI ML-5100FB
  • Epson LQ-570+

Von der Verwendung von anderen Nadeldrucker-Modellen für die Formularbedruckung raten wir dringend ab.

Sofern Laserdrucker eingesetzt werden sollen, empfehlen wir generell die Umstellung auf die Blankoformularbedruckung. Hierbei wird - von wenigen Ausnahmen abgesehen - nicht auf vorgedruckte Formulare, sondern auf Blankopapier gedruckt. Erforderlich sind hierfür für den Blankodruck zugelassene Laserdrucker mit 3 Schächten (an der Anmeldung) bzw. mindestens 1 Schacht (in den Sprechzimmern), z.B.:

  • Brother HL-5350DN2LT
  • Wenger Mediprint

Faxversand

Für den Versand von Faxen aus dem Computer kann FritzFax in Verbindung mit einer Fritz PCI-Karte oder einem Fritz USB-Adapter benutzt werden. Bitte beachten Sie, dass diese Geräte unter Windows Server 2008 nicht eingesetzt werden können. Die FritzLAN Software ist unter Windows 7 und Windows Server 2008 nicht freigegeben. In diesem Umfeld empfehlen wir den Einsatz der Shamrock CAPI-Fax Software, die im wesentlichen über die gleiche Funktionalität verfügt.

Faxempfang

Der Empfang von Faxen in Moviestar ist generell eine Fritz ISDN-Karte mit installierter FritzFax Software erforderlich. Bitte beachten Sie, dass FritzFax unter Windows Server 2012 nicht mehr installiert werden kann, in solchen Umgebungen muss für den Faxempfang dann eine Workstation mit installierter Fritz-Karte eingesetzt werden.

Treiber und Zusatzprogramme

Auf allen Rechnern sollten folgende Programme installiert sein, um reibungslosen Betrieb zu gewährleisten:

  • Adobe Acrobat Reader
  • Java Runtime Engine
  • Printkey (oder andere Software zur Erstellung eines Screenshots)
  • WinZip

Optional:

  • Microsoft Word 2007, Word 2010 32 bit, Word 2013 32 bit, Word 2016 32 bit (andere Versionen werden derzeit nicht unterstützt)

Fernwartung

Die von uns kostenlos angebotene, in Medistar eingebaute Fernwartung benötigt für die Herstellung der Remote-Verbindung einen Internet-Zugang im Praxisnetz. Andere Verbindungsarten (z.B. über ISDN) werden nicht mehr angeboten.

Internet

EDV-Anlagen, die mit dem Internet verbunden sind, müssen zumindest durch einen Router mit integrierter Firewall sowie durch Virenscanner auf allen Rechnern vor Viren und anderen Schädlingen und Gefahren geschützt werden. Als Virenscanner sollte ein von Medistar freigegebenes Produkt verwendet werden, um Störungen beim Betrieb auszuschließen.

Aus Sicherheitsgründen empfehlen wir dringend, das Praxisnetz nicht für den Internet-Zugaang und zum Abrufen von Emails zu verwenden. Stattdessen empfehlen wir, einen Router zu verwenden, der virtuelle LANs unterstützt. Dadurch wird es möglich, einerseits ein Praxisnetz zu definieren, in dem alle Rechner mit Medistar ausgestattet sind, aber - außer für die Fernwartung - ohne Zugang zum Internet sind. Andererseits wird ein davon unabhängiges und unsichtbares Internet-Netz eingerichtet, dessen Rechner vollen Internet-Zugang, aber kein Medistar haben. Da zwischen den beiden Netzen keine Übergänge bestehen, ist es nicht möglich, dass Viren und andere Schädlinge von den Internet-Rechnern auf die Medistar-Rechner überspringen.

Bitte beachten Sie auch die Bestimmungen Ihrer KV sowie der zuständigen ärztlichen Organisationen für den Umgang mit Patientendaten auf Rechnern, die mit dem Internet verbunden sind.

Allgemeine Hinweise

Als Netzwerknamen empfehlen wir bei Neuinstallationen SERVER für den Server, und WSxx für Workstations, wobei xx ab 01 fortlaufend durchnummeriert wird. Alternativ können sprechende Bezeichnungen verwendet werden, z.B. ANMELDUNG oder ZIMMER1 oder LABOR, jeweils in Grossbuchstaben und ohne Leerzeichen. Achtung: Beim Austausch vorhandener Rechner müssen Netzwerkname und IP-Adresse unbedingt gleich bleiben. Dies gilt ganz besonders für den Server, da MEDISTAR und MOVIESTAR über den Netzwerknamen auf den Server zugreifen, und jede Änderung des Servernamens tiefgreifende und aufwendige Änderungen an allen angeschlossenen Arbeitsplätzen nach sich ziehen würde.

Als Netzwerkprotokoll muß TCP/IP zum Einsatz kommen, vorzugsweise mit festen IP-Adressen, alternativ kann aber auch DHCP benutzt werden. Der Server benötigt auf jeden Fall eine feste IP-Adresse. Das Netz sollte als Arbeitsgruppe (mit dem Namen "WORKGROUP") eingerichtet werden, von Domänen ist wegen der höheren Komplexität abzuraten. Als IP-Adressbereich empfehlen wir 192.168.100.x (x > 99), für den Server die Adresse 192.168.100.10.

Auf allen Rechnern müssen die folgenden Benutzer vollständig eingerichtet sein:

  • administrator
  • praxis

Die Passworte müssen auf allen Rechnern gleich sein. Treiber sowie zusätzliche Software (Internet-Zugang, Word usw.) müssen unter allen Benutzern verfügbar und funktionsfähig sein.

Für die automatisierte Datensicherung am Server empfiehlt sich die Einrichtung eines weiteren Benutzers mit Namen

  • sicherung

Wir empfehlen, täglich den gesamten Inhalt der Festplatte auf einen externen Datenträger zu sichern. Mindestens ist jedoch D:\ sowie bei Moviestar-Anwendern zusätzlich Q:\SLW bzw. Q:\MOVIESTAR komplett zu sichern. Eine vernünftige und sichere Strategie für die Datensicherung finden Sie im Bereich Tips & Tricks.

Vor Beginn der Datensicherung müssen die Dienste der Medistar ISAM-Datenbank, der Oracle SQL-Datenbank sowie der Moviestar Datenbank angehalten werden, um zu verhindern, dass Dateien übersprungen bzw die Daten während der laufenden Sicherung verändert werden. Wir empfehlen außerdem, vor der Sicherung einen Dump der Oracle SQL-Datenbank zu erstellen. Für diese administrativen Aufgaben bieten wir eine eigens dafür entwickelte Sicherungssoftware an, die bei Bedarf auch mit anderen Sicherungsprodukten kombiniert werden kann.

Bitte beachten Sie, daß Sie unseren technischen Kundendienst für Fremdhardware nicht in Anspruch nehmen können. Wir empfehlen deshalb dringend, die Hardware von einem seriösen, leistungsfähigen, ortsansässigen Händler zu erwerben, der auch in der Lage ist, die Geräte nach dem Kauf optimal zu betreuen. Insbesondere die Reaktionszeit bei Rechnerausfällen sollte hinreichend kurz sein.

Wir warnen dringend davor, die Rechner aus Kostengründen in Supermärkten, bei Versandhändlern oder ähnlichen Computer-Märkten zu kaufen. Der sogenannte "Vor-Ort-Service", der hier üblicherweise mit angeboten wird, funktioniert in der Regel nur sehr mangelhaft bis gar nicht, und oft nur mit erheblichen Warte- und Ausfallzeiten. Hinzu kommt, dass vor allem bei Festplattendefekten meist nur die Festplatte oder das komplette Gerät ausgetauscht werden, so dass am Ende (in der Regel nach mehreren Wochen) dann zwar wieder ein funktionsfähiger Rechner in der Praxis steht, auf dem aber leider MEDISTAR und alles andere nicht mehr vorhanden ist.

Zu guter Letzt noch ein Zitat von John Ruskin (englischer Sozialreformer, 1819 - 1900): "Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn wir zu viel bezahlen, verlieren wir etwas Geld, das ist alles. Wenn wir dagegen zu wenig bezahlen, verlieren wir manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. - Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen wir das niedrigste Angebot an, müssen wir für das Risiko, das wir eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn wir das tun, dann haben wir auch genug Geld, um etwas Besseres zu bezahlen."